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Am 1. Oktober 2026 hat Google seine offizielle Richtlinie zur Nutzung von generativem KI-Content überarbeitet. Die Änderung kam leise, über einen Eintrag im Changelog der Search-Central-Dokumentation, und fiel mitten in den Rollout des September-Spam-Updates, das vom 24. September bis zum 8. Oktober weltweit lief. Einen Tag später, am 2. Oktober, ergänzte Google seine Dokumentation zu hilfreichen Inhalten um eine Definition des Hauptinhalts und vier Qualitätsmerkmale aus den Quality Rater Guidelines.
Drei Dokumentationsänderungen und ein Spam-Update innerhalb von zwei Wochen. Für Unternehmen, die KI in der Texterstellung einsetzen, lohnt sich ein genauer Blick, denn die Stossrichtung ist eindeutig. Google reguliert das Ergebnis, egal mit welchem Werkzeug es entstanden ist. In diesem Artikel erfährst du, was sich konkret geändert hat, wo die Grenze zwischen legitimer KI-Nutzung und Spam verläuft und wie ein Prüfprozess aussieht, der beiden Seiten gerecht wird.
Google bestraft KI-Inhalte nicht, weil sie von KI stammen. Die überarbeitete Richtlinie nennt generative KI ausdrücklich als nützliches Werkzeug für die Recherche und für die Strukturierung eigener Inhalte. Eine Kennzeichnungspflicht für KI-Texte in der Suche gibt es weiterhin nicht.
Die manuelle Prüfung vor der Veröffentlichung ist neu ausdrücklich gefordert. Google bezeichnet es seit dem 1. Oktober als unverzichtbar, alle KI-generierten Inhalte vor der Publikation von Hand auf Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit zu prüfen. Die Prüfung umfasst neben dem Fliesstext auch Titles, Meta-Descriptions, strukturierte Daten und Alt-Texte.
Vier Qualitätsmerkmale entscheiden über die Bewertung. Mit dem Update vom 2. Oktober übernimmt die öffentliche Dokumentation die Kriterien der Quality Rater, nämlich Aufwand, Originalität, Talent oder Können und Genauigkeit. Inhalte, die mit wenig Aufwand, wenig Originalität und wenig Mehrwert erstellt wurden, fallen unter die niedrigste Qualitätsstufe.
Erfundene Autorenprofile gelten als Täuschung. Wer KI-generierte Porträtbilder, ausgedachte Namen oder falsche Qualifikationen einsetzt, um Inhalte menschlicher wirken zu lassen, verstösst gegen die Richtlinien. Das trifft eine Praxis, die sich in den letzten zwei Jahren breit etabliert hat.
Massenproduktion ohne Mehrwert bleibt das eigentliche Ziel der Massnahmen. Die Richtlinie verweist direkt auf die Spam-Policy zu Scaled Content Abuse. Google-Vertreter bezeichnen skalierten Content inzwischen als grösseres Problem als Linkspam.
Für die KI-Suche gilt dieselbe Logik verschärft. Systeme wie Google AI Overviews, Gemini, ChatGPT, Perplexity, Claude und Grok zitieren bevorzugt Quellen mit belegbaren Fakten und nachvollziehbarer Autorenschaft. Ungeprüfter KI-Text schadet damit doppelt, in den Rankings und in der Zitierfähigkeit.
Die Ereignisse der letzten Wochen gehören zusammen, auch wenn Google sie nicht gemeinsam angekündigt hat.
Ein Core Update gab es im Oktober nicht. Die bislang bestätigten Core Updates 2026 bleiben März und Mai. Ranking-Schwankungen der letzten Wochen gehen auf das Spam-Update und die laufenden kleineren Anpassungen zurück, mit denen Google seine Systeme ohne Ankündigung nachjustiert.
Interessant ist die Begründung, die Google für die Dokumentationsänderung angibt. Die öffentliche Richtlinie sollte mit den Inhalten abgeglichen werden, die Google an Entwicklerveranstaltungen präsentiert. Anders gesagt, Google schreibt jetzt öffentlich auf, wonach die Qualitätsbewerter intern längst arbeiten.
Die wichtigste Nachricht zuerst, weil sie in vielen Zusammenfassungen untergeht. Google hat seine Grundhaltung zu KI-Inhalten nicht geändert. Die Richtlinie nennt generative KI ausdrücklich als nützlich für die Recherche eines Themas und für die Strukturierung eigener Inhalte. Eine Abstrafung, weil ein Text mit KI-Unterstützung entstanden ist, gibt es nicht, und die Richtlinie behauptet auch nicht, dass Google die Entstehungsweise eines Textes zuverlässig erkennen könnte.
Das deckt sich mit der Linie, die Google seit dem offiziellen Leitfaden vom Mai 2026 fährt. Dort hatte Google GEO und AEO als Teil von SEO eingeordnet und klargestellt, dass solide Grundlagenarbeit über alle Suchoberflächen hinweg trägt. Die Einzelheiten dazu haben wir im Beitrag zum offiziellen Google-Leitfaden für KI-Sichtbarkeit aufgearbeitet.
Für die Praxis einer SEO Agentur heisst das, dass die Frage "KI oder Mensch" die falsche Frage ist. Die richtige Frage lautet, ob am Ende ein Inhalt steht, der geprüft ist, etwas Eigenes beiträgt und einer fachkundigen Leserin standhält. Genau daran bemisst Google die Qualität, unabhängig vom Entstehungsweg.
Die Überarbeitung vom 1. Oktober verschiebt die Grenze nicht, sie zeichnet sie schärfer nach. Drei Verhaltensweisen stehen jetzt ausdrücklich in der Dokumentation.
Ungeprüfte Veröffentlichung. Google benennt das Halluzinationsproblem direkt. Generative Modelle können Fakten erfinden, und deshalb verlangt die Richtlinie die manuelle Prüfung aller KI-generierten Inhalte vor der Publikation. Neu ist der Umfang dieser Prüfung. Sie gilt ausdrücklich auch für Titles, Meta-Descriptions, strukturierte Daten und Alt-Texte, also für die Bereiche, die in automatisierten Workflows am häufigsten ungelesen durchrutschen.
Massenproduktion ohne Mehrwert. Die Richtlinie verweist auf die Spam-Policy zu Scaled Content Abuse und auf die Abschnitte 4.6.5 und 4.6.6 der Quality Rater Guidelines. Dort geht es um skalierte Inhalte und um Hauptinhalte, die mit wenig Aufwand, wenig Originalität und wenig Mehrwert erstellt wurden. Betroffen sind typischerweise automatisch generierte Kategorie-, Filter-, Standort- und Vergleichsseiten in grosser Zahl.
Erfundene Autorenschaft. Die Dokumentation stuft es als Täuschung ein, wenn Autorenprofile fabriziert werden, etwa mit KI-generierten Porträtfotos, ausgedachten Namen oder falschen Qualifikationen, um Inhalte als Werk menschlicher Fachleute erscheinen zu lassen.
Mit der Ergänzung vom 2. Oktober stehen die Bewertungskriterien der Quality Rater erstmals so deutlich in der öffentlichen Dokumentation. Quality Rater beeinflussen Rankings nicht direkt, ihre Bewertungen dienen Google aber als Massstab dafür, ob die Ranking-Systeme das Richtige belohnen. Wer verstehen will, wohin sich der Algorithmus entwickelt, liest deshalb am besten die Kriterien der Rater.
Aufwand. Erkennbar investierte Arbeit, etwa eigene Recherche, Datenerhebung, Aufbereitung oder Kuratierung. Ein Text, der in zwei Minuten aus einem Prompt entstand und das auch ausstrahlt, fällt hier durch.
Originalität. Eigene Informationen, eigene Analysen oder eine eigene Perspektive, die es anderswo so nicht gibt. Die reine Zusammenfassung dessen, was auf den ersten zehn Treffern steht, erfüllt das Kriterium nicht, egal wer oder was sie geschrieben hat.
Talent oder Können. Fachliche und handwerkliche Qualität der Umsetzung. Dazu gehört, dass eine Person mit Sachverstand hinter dem Inhalt steht und das im Inhalt erkennbar wird.
Genauigkeit. Faktische Richtigkeit, belegbare Aussagen, korrekte Zahlen und Quellen. Hier schliesst sich der Kreis zur Pflicht, KI-Output vor der Veröffentlichung zu prüfen.
Bemerkenswert an dieser Liste ist, dass keines der vier Merkmale die Entstehungsweise betrifft. Ein sorgfältig geprüfter, mit eigenen Daten angereicherter Text, bei dem KI die Rohfassung geliefert hat, kann alle vier Kriterien erfüllen. Ein von Hand geschriebener Text ohne Recherche und ohne eigene Substanz kann an allen vier scheitern.
Auch bei ZUMO kommt KI unterstützend in der Content-Erstellung zum Einsatz. Die fachliche Verantwortung und die Prüfung vor der Veröffentlichung liegen dabei immer bei unserem Team. Google selbst empfiehlt in der Richtlinie, Leserinnen und Lesern Kontext zur Entstehung eines Inhalts zu geben.
Wie ein Prüfprozess für die laufende Erstellung von SEO-Content aussieht, lässt sich in fünf Schritten zusammenfassen.
Rund um KI-Content kursieren derzeit viele Halbwahrheiten zur Kennzeichnung. Der Stand im Oktober 2026 sieht so aus.
In der Google Suche besteht keine Kennzeichnungspflicht für KI-Texte. Google empfiehlt Transparenz zur Entstehung als Service an die Leserschaft, verlangt sie aber nicht und macht sie nicht zum Rankingfaktor.
Im Google Merchant Center gilt eine Ausnahme für Bilder. KI-generierte Produktbilder müssen das IPTC-Metadatenfeld DigitalSourceType mit dem Wert TrainedAlgorithmicMedia tragen. Für Onlineshops ist das verbindlich.
Die Erkennung von KI-Inhalten wird technisch ausgebaut. Google bringt SynthID-Wasserzeichen und die Prüfung von C2PA Content Credentials in Suche und Chrome. Was das im Zusammenspiel mit den permanent beobachtenden Such-Agenten bedeutet, haben wir im Artikel zu den Google Search Agents beschrieben.
Der EU AI Act bringt seit dem 2. August 2026 Transparenzpflichten. Artikel 50 verlangt unter anderem, dass veröffentlichte KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse als solche offengelegt werden. Die Pflicht entfällt, wenn die Inhalte eine menschliche redaktionelle Prüfung durchlaufen und eine Person oder Organisation die redaktionelle Verantwortung trägt. Für Schweizer Unternehmen gilt der AI Act nicht direkt, relevant wird er bei Angeboten, die sich an den EU-Markt richten. Auffällig ist, wie nah die EU-Logik an der Google-Logik liegt. Beide belohnen denselben Mechanismus, nämlich die dokumentierte menschliche Prüfung vor der Veröffentlichung.
Bis hierhin ging es um Rankings. Die zweite Hälfte der Rechnung betrifft die KI-Suche selbst. Google AI Overviews, Gemini, ChatGPT, Perplexity, Claude und Grok setzen ihre Antworten aus Quellen zusammen, die sie als verlässlich einstufen. Faktendichte, belegbare Aussagen, konsistente Terminologie und erkennbare Autorenschaft erhöhen die Wahrscheinlichkeit, als Quelle ausgewählt und zitiert zu werden.
Ein Fehler, der durch ungeprüften KI-Output auf deine Website gelangt, wirkt in dieser Umgebung doppelt. In der klassischen Suche kostet er Vertrauen bei Lesern und Ratern. In der generativen Suche sorgt er dafür, dass Systeme deine Seite bei der Quellenauswahl übergehen oder, schlimmer, die falsche Angabe unter deinem Namen weiterverbreiten. Die Anforderungen, die Google am 1. Oktober formuliert hat, sind darum zugleich die Grundlage jeder Arbeit an der KI-Sichtbarkeit. Eine GEO Agentur setzt genau an dieser Schnittstelle an, bei extrahierbaren Antwortblöcken, konsistenten Entitäten und Inhalten, deren Fakten einer Prüfung standhalten.
Dazu kommt ein Punkt, der in der aktuellen Diskussion wenig Beachtung findet. Die Modelle hinter der KI-Suche werden auf Webinhalten trainiert und verfeinert. Websites, die das Netz mit ungeprüftem, generischem Material fluten, zahlen auf lange Sicht in einen Datenbestand ein, der ihre eigene Marke verwässert. Wer dagegen als Quelle für belegte, eigene Informationen auftritt, baut genau die Art von Reputation auf, die bei der Quellenauswahl den Ausschlag gibt.
Aus den Oktober-Änderungen ergeben sich vier konkrete Arbeitspakete.
Bestand prüfen. Identifiziere Seiten, die in den letzten zwei Jahren mit starker KI-Beteiligung entstanden sind, und unterziehe sie dem Vier-Merkmale-Test. Aufwand, Originalität, Können, Genauigkeit. Seiten, die keines der Merkmale erfüllen, werden überarbeitet oder entfernt. Das September-Spam-Update hat gezeigt, dass Google diese Muster aktiv verfolgt.
Metadaten in die Qualitätskontrolle aufnehmen. Wenn Titles, Meta-Descriptions, strukturierte Daten oder Alt-Texte automatisiert entstehen, brauchen sie ab sofort denselben Review wie der Fliesstext.
Autorenschaft ehrlich lösen. Falls irgendwo generierte Porträts oder erfundene Autorennamen im Einsatz sind, ist jetzt der Zeitpunkt, das zu bereinigen. Echte Verantwortlichkeit lässt sich auch ohne persönliche Profile abbilden, etwa über eine Redaktion mit benannter Organisation dahinter.
Prozess dokumentieren. Ein schriftlich festgehaltener Prüfablauf von der Rohfassung bis zur Freigabe schafft Verbindlichkeit im Team und erfüllt nebenbei die redaktionelle Ausnahme des EU AI Act, falls der EU-Markt relevant ist. Als SEO Agentur Schweiz bauen wir solche Abläufe mit Kunden direkt in die Content-Produktion ein, damit Qualitätssicherung kein nachgelagerter Schritt bleibt, der unter Zeitdruck entfällt.
Die Oktober-Änderungen bestätigen eine Entwicklung, die sich seit zwei Jahren abzeichnet. Google hat aufgehört, über das Werkzeug zu diskutieren, und bewertet konsequent das Ergebnis. Die vier Merkmale Aufwand, Originalität, Können und Genauigkeit sind nichts anderes als die Beschreibung von Inhalten, hinter denen ein ernsthafter redaktioneller Prozess steht.
Für Unternehmen, die KI in der Texterstellung nutzen, ist das eine gute Nachricht. Das Werkzeug ist legitimiert, die Spielregeln sind öffentlich dokumentiert, und wer seinen Prüfprozess im Griff hat, erfüllt gleichzeitig die Anforderungen von Google, die Erwartungen der KI-Suchsysteme und die Transparenzlogik des EU AI Act. Teuer wird es für das Gegenteil, für ungeprüfte Masse ohne eigenen Beitrag. Das September-Spam-Update war dafür ein Vorgeschmack, und die Schärfung der Dokumentation deutet darauf hin, dass Google an diesem Hebel weiterdreht.
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